Auf ein Fußballspiel gibt es kein Patent

25 Sep

Von Heinrich Nemeczek

Eine umfassende Rechtsposition des Sportveranstalters existiert im deutschen Recht nicht. Das wird zwar für den Profisport im Wettbewerbsrecht diskutiert. Dort zählen aber umfassende Investitionen sowie ein von Millionenbeträgen geprägter Spielertransfer. Im Amateurfußball verhält sich dies naturgemäß anders.

Heinrich Nemeczek

Heinrich Nemeczek

Im Gegensatz zu namhaften Autoren, die sich auch in diesem Blog geäußert haben (etwa hier), gehe ich davon aus, dass Fußballspiele sehr wohl von den Hartplatzhelden nachgeahmt werden. Zwar werden sie nicht kopiert wie eine Musik-CD, aber dennoch wird an das Fußballspiel als Gesamtleistung von Sportverband und Gastverein angeknüpft. Doch das allein bedeutet noch nichts.

Professor Ohly hat es schon hervorgehoben: Im deutschen Wettbewerbsrecht herrscht Nachahmungsfreiheit. Verboten ist die Nachahmung nur, wenn besondere Umstände hinzutreten. Davon ist der Bundesgerichtshof in den letzten Jahren jedoch nur ausnahmsweise ausgegangen. Selbst der massenhafte Vertrieb billiger „HERMÈS“-Imitate ist erlaubt, solange die Käufer erkennen, dass es sich eben nur um Imitate handelt.

Welcher Prestige-Verlust droht aber dem WFV mit den Hartplatzhelden? Die Hartplatzhelden sorgen dafür, dass Begeisterung auch für den Amateurfußball über die heimischen Stadiongrenzen hinweg aufkommt. Szenen eines Kreisligavereins werden nicht nur von den eigenen Fans, sondern auch von Alteingesessenen wie Miroslav Klose oder Marco Bode bewundert. Auf diese Begeisterung kommt es den Hartplatzhelden an und nicht auf das schmarotzende Ausnutzen eines wertvollen Patents.

Heinrich Nemeczek, 23, ist Mitarbeiter am Lehrstuhl für das Recht des geistigen Eigentums an der Universität Freiburg.

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2 Antworten to “Auf ein Fußballspiel gibt es kein Patent”

  1. Christopher Sebastian Winkel 7. Oktober 2010 um 17:05 #

    Herr Nemeczek trifft auch hier wieder seinen alt bekannten Ton, zwischen wissenschaftlicher Erörterung und einfachem „Abwatschen“ schafft er den Spagat, der seine Aufsätze so lesenswert und trotz der teils trockenen Thematik interessant machen. Es kann eben hier nicht von einem Prestige-Verlust die Rede sein, es ist lediglich durch die Position des WFV ein Prestige-Verlust herauf beschworen worden.

    C.S. Winkel

  2. Frank 9. Oktober 2010 um 11:13 #

    Jawoll!

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